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Studentisches Projekt für Patienten

15.Dezember 2011

Diagnose © JohnKwan - Fotolia.com

Diagnose © JohnKwan - Fotolia.com

Eigentlich ist die Kommunikation mit den Patienten heutzutage ein wichtiger Bestandteil des Medizinstudiums. Doch im Alltag bleibt sie sehr häufig auf der Strecke.

Gründe dafür gibt es viele – oft stehen die Ärzte unter Zeitdruck oder sind dermaßen übermüdet, dass sie kaum Zeit und Geduld haben, auf Befunde einzugehen. Auch wenn sie sich Mühe gegeben haben und die schwer verständlichen Befunde und ihre Tragweite in normales Deutsch übersetzt haben, kann es passieren, dass sich die Patienten gar nicht trauen, bestimmte Sachen noch einmal zu hinterfragen. Oft fühlen sie sich auch so erschlagen von den vielen Informationen, dass sie das Meiste schon vergessen haben bevor sie nach Hause gekommen sind. Und wer eine bestimmte Diagnose oder die anstehende Behandlung nicht richtig verstanden hat, ist oftmals sehr verunsichert und hat mit unbegründeten Ängsten zu kämpfen. Teilweise  können die Ängste sogar schlimmer als die eigentliche Diagnose sein. 

Für all diejenigen, die dieses Problem bereits kennen, haben Studenten durch ein einzigartiges Projekt nun Abhilfe geschaffen. Drei junge Menschen haben im Januar dieses Jahr die Internetplattform washabich.de ins Leben gerufen. Hier können Patienten Befunde einreichen, die sie nicht verstehen. Alles ist kostenlos und selbstverständlich anonym. Innerhalb weniger Tagen werden die Befunden durch Medizinstudenten in verständliches Deutsch übersetzt. An dieser Übersetzungsarbeit gibt es ein großes Interesse – sowohl seitens vieler Patienten als auch von Medizinstudenten und Psychologen, die sich hier ehrenamtlich engagieren. 

Die mittlerweile 300 Medizinstudenten werden in ihrer Arbeit durch 50 Ärzte und zwei Psychologen unterstützt. Es können sich Human- oder Zahnmedizinstudenten engagieren, die mindestens im achten Fachsemester sind. Am Anfang bekommen alle ehrenamtlichen Helfer Leitlinien, ein Tutorial und einen Supervisor an die Seite gestellt, der sie schult. Pro Woche werden rund 150 Befunde übersetzt. Aus einem großen Fundus von eingerichten Diagnosen können die Studenten die passenden Befunde alleine aussuchen – je nach Fachgebiet und Interessen.

Auf diese Weise helfen sie nicht nur Patienten, sondern profitieren auch selbst von ihrer Arbeit. Dass sie sich mit verschiedensten Befunden auseinandersetzen und zusätzlich in Fachbüchern nachschlagen, hilft ihnen bei Prüfungen. Auch lernen sie, wie sie mit Patienten sprechen müssen, damit diese sie auch verstehen. Das bedeutet: nicht nur den Patienten, die ihre Befunde online eingereicht haben, ist geholfen, sondern auch den Patienten in den Kliniken.